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Laufen in Amsterdam: das Venedig des Nordens

vor 5 Tagen
4 Min. Lesezeit

Amsterdam ist nicht nur die Hauptstadt der Niederlande, sondern auch eine weltweit einzigartige Stadt, in der Geschichte, Architektur und Lebensart harmonisch miteinander verschmelzen. Die Stadt beim Laufen zu erkunden, bietet die Gelegenheit, in ihre Vergangenheit einzutauchen und gleichzeitig ungewöhnliche Stadtlandschaften zu genießen. Von den mittelalterlichen Ursprüngen rund um den Dam bis zu den ruhigen Ufern der Grachten, nicht zu vergessen die historischen Stadtviertel – jeder Schritt versetzt Sie in eine andere Epoche.



Les canaux d'Amsterdam sous le soleil
Die jahrhundertealten Kanäle bieten Läufern und Spaziergängern einen idealen Rahmen

„Die Sitten, die Einfachheit und die Gleichheit waren in Amsterdam dieselben wie in Sparta, und die Genügsamkeit war noch größer“, erklärte Voltaire im 17. Jahrhundert. Heute ist die Hauptstadt zum kulturellen und finanziellen Zentrum der Niederlande geworden. Als Stadt, in der das Radfahren und das Zu-Fuß-Gehen im Vordergrund stehen, verfügt Amsterdam über 165 Kanäle und mehr als 1.200 Brücken! Ein schier unbegrenzter Spielplatz. Für alle zugänglich, da Amsterdam geografisch gesehen eine der flachsten Städte der Welt ist.



Ein wenig Geschichte


Am Ursprung der Stadt steht ein einfacher Damm, der berühmte „Dam“, der Amsterdam seinen Namen gab. Im 13. Jahrhundert wurde auf Beschluss des Grafen von Holland ein Damm errichtet, um das Wasser der Amstel zurückzuhalten. Diese Maßnahme ermöglichte es nicht nur, das Dorf vor Überschwemmungen zu schützen, sondern auch, flussabwärts ein erstes Hafengebiet zu schaffen. Schnell entwickelte sich der Ort zu einem Zentrum für Handel und Austausch.


Der Damm, der gleichzeitig als Brücke diente, markierte somit den Ausgangspunkt der Stadtgeschichte. Um ihn herum entwickelte sich das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben, und schon bald etablierte sich Amsterdam als unverzichtbarer Knotenpunkt. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden die Bereiche rund um den Damm aufgefüllt und in große Verkehrsadern umgewandelt. Heute ist der Dam-Platz im Herzen der Stadt ein unverzichtbarer Treffpunkt. Dort steht der Königspalast, das ehemalige Rathaus aus dem 17. Jahrhundert, das noch heute von der Macht der Handelsstadt zur Zeit des „Goldenen Zeitalters“ zeugt.


La place du Dam à Amsterdam
Der Dam-Platz ist das Herzstück des Amsterdamer Stadtlebens

Für einen Läufer ist dieser Ort ein hervorragender Ausgangspunkt: Er verbindet die Altstadt mit den modernen Stadtvierteln und bietet einen Querschnitt dessen, wofür Amsterdam steht: Tradition, Geschichte und Dynamik. Jeder Schritt vom Dam aus ist daher ein Eintauchen in mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte.



Entlang der Kanäle


Wer in Amsterdam joggen geht, kommt nicht umhin, an den berühmten Grachten entlangzulaufen. Die Stadt wird oft als „Venedig des Nordens“ bezeichnet, hat aber einen ganz eigenen Charme. Über 100 Kilometer Wasserstraßen schlängeln sich zwischen den Straßen hindurch und bilden ein malerisches Netz, das seit 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.


Am Wasser entlang zu laufen bedeutet vor allem, die einzigartige Atmosphäre zu spüren, die Amsterdams Identität ausmacht. Aber Vorsicht: In der Stadt gibt es mehr Fahrräder als Einwohner, und die Radwege sind heilig! Ein Läufer muss daher darauf achten, nicht mitten in einem Strom eiliger Radfahrer zu landen.


Les fameuses maisons étroites et colorées qui bordent les canaux d'Amsterdam
Die berühmten schmalen, bunten Häuser, die die Kanäle säumen

Während man über das Kopfsteinpflaster entlang der Kanäle schlendert, entdeckt man eine Vielzahl von vor Anker liegenden Hausbooten. Viele davon wurden zu Hotels oder Wohnanlagen umgebaut und bieten ein ungewöhnliches Lebensgefühl zwischen Modernität und maritimer Tradition.


Ein weiteres Detail fällt sofort ins Auge: die schmalen, hohen und farbenfrohen Häuser, die direkt am Wasser stehen. Diese architektonische Besonderheit hat ihren Ursprung in einem im 17. Jahrhundert eingeführten Steuersystem: Die Einwohner wurden entsprechend der Breite ihrer Fassade besteuert. Das Ergebnis sind schmale, aber oft tiefe und raffiniert gestaltete Gebäude. Manche scheinen sich sogar zu neigen, was den einzigartigen Charme des Stadtbildes noch unterstreicht.


Entlang der Kanäle werden Ihre Schritte zudem von sinnlichen Erlebnissen begleitet: Blumenstände mit einer Fülle von Tulpen, dem Symbol der Niederlande, und Käsereien, in denen goldene Gouda- oder Edamer-Laibe thronen. Diese lebendige Atmosphäre macht jeden Lauf zu einem sportlichen und zugleich kulturellen Spaziergang.



Laufen in den Altstadtvierteln


Auch wenn das Zentrum von Amsterdam heute eine offene und fortschrittliche Metropole ist, bewahren seine alten Stadtviertel doch die Seele eines ehemaligen Fischerdorfes. Wenn man durch diese Gassen läuft, spürt man die Schichtung der Epochen und die Entwicklung der Stadt.


Das Viertel De Wallen, besser bekannt als „Rotlichtviertel“, ist zweifellos das umstrittenste, aber auch eines der meistbesuchten Viertel. Berühmt für seine beleuchteten Schaufenster, in denen nackte Frauen posieren, verkörpert es die Toleranz und Freiheit, die Amsterdam auszeichnen. Doch jenseits dieses skandalträchtigen Images besticht das Viertel auch durch imposante mittelalterliche Bauwerke wie die Oude Kerk (die Alte Kirche), die im 13. Jahrhundert erbaut wurde und von kleinen traditionellen Häusern umgeben ist.


Le célèbre Quartier Rouge d'Amsterdam de nuit
Das berühmte Rotlichtviertel bei Nacht

Nicht weit davon entfernt bilden die berühmten Coffeeshops, die als Symbol der niederländischen Alternativkultur gelten, einen Kontrast zur klassischen Architektur. Die Läufer treffen dort auf eine bunte Mischung aus Touristen, Künstlern und Einheimischen, die zur ganz besonderen Atmosphäre der Stadt beitragen.


Ein weiterer absoluter Muss-Anlauf ist der Grachtengürtel, auch „Grachtengordel“ genannt. Dieses konzentrische Kanalnetz entstand während des niederländischen Goldenen Zeitalters im 17. Jahrhundert, als Amsterdam einer der größten Häfen der Welt und ein bedeutendes Finanzzentrum war. Die Bürgerhäuser, die dort noch heute stehen, sind mit ihren geschnitzten Giebeln und hohen Fenstern reich verziert. Ein Lauf durch diese romantische Kulisse vermittelt fast das Gefühl einer Zeitreise zwischen vergangenem Prunk und heutiger Lebendigkeit.


Schließlich wäre ein Rundgang durch die Altstadtviertel ohne einen Zwischenstopp auf dem Albert-Cuyp-Markt im Stadtteil De Pijp nicht vollständig. Auch wenn Sie dafür Ihr Tempo etwas drosseln müssen, ist der Anblick der bunten Marktstände, der Stroopwafels (Sirupwaffeln) und die volkstümliche Atmosphäre den Abstecher auf jeden Fall wert.



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