Laufen in Mailand: die Modehauptstadt der Welt
Bevor Mailand zur Stadt des Designs und der Mode wurde und sich als eines der wichtigsten Reiseziele Italiens etablierte, hatte die Stadt viele verschiedene Gesichter. Medialanum wurde 590 v. Chr. vom keltischen Stamm der Insubrer gegründet und war nacheinander weströmische Hauptstadt, Hochburg des Heiligen Römischen Reiches und Zentrum des italienischen Widerstands. Ein Lauf durch die lombardische Hauptstadt lässt Sie in die verschiedenen Kapitel ihrer Geschichte eintauchen.

„Eine Reise in die Lombardei bedeutet „Mailand“ des Glücks“.
Der Name von Mailand klingt auf Französisch wie „tausend Jahre“... Mit diesem Wortspiel lädt uns der belgische Autor Gaëtan Faucer auf humorvolle Weise ein, die Hauptstadt der Lombardei und ihre reiche Vergangenheit zu entdecken.
Mailand liegt im Norden Italiens in der Poebene und wurde der Legende nach von zwei etruskischen Feldherren gegründet. Es könnte aber auch sein, dass der keltische Stamm der Insubrer oder die gallischen Biturigen die Stadt gegründet haben...
Im Jahr 222 v. Chr. wurde die Stadt von den Römern erobert, bevor sie zu einem der bedeutendsten Zentren des Christentums wurde. Im Mittelalter wurde sie zur Hauptstadt eines Herzogtums, das zunächst von der Familie Visconti regiert wurde. Ihr Name ist noch heute auf den Stadtmauern des Castello Sforzesco zu sehen, einer Festung aus dem 15. Jahrhundert im Stadtzentrum. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Herzogtum zwischen den großen Mächten jener Zeit: Frankreich, Spanien und Österreich.

Mitte des 19. Jahrhunderts markierte die politische Vereinigung Italiens den Beginn der industriellen Vorherrschaft der Stadt über den Norden des Landes. Es wurden umfangreiche Eisenbahnbauarbeiten in Angriff genommen, und die Steinbrüche der Region wurden ausgebeutet. Als Standort der einflussreichsten Banken des Landes entwickelte sich die Stadt zum führenden Finanzzentrum Italiens. Heute ist sie zudem Sitz der italienischen Börse.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs begann in Mailand ein großer architektonischer Wandel, der durch den Bau zahlreicher Wolkenkratzer und anderer großangelegter Gebäude geprägt war. Dies gilt beispielsweise für die „Città della Moda“ und den Pirelli-Turm, der in der Nähe des Hauptbahnhofs errichtet wurde. Neben der Modernität dieser neuen Stadtviertel gibt es ein älteres Kulturerbe aus Palästen, Plätzen und Museen. Das ist eine wahre Augenweide für die 2 Millionen Touristen, die jedes Jahr in die Stadt strömen.
Ein außergewöhnliches Kulturerbe
Im Jahr 2015 wurde Mailand als Austragungsort der historischen Weltausstellung ausgewählt. Dies hängt sicherlich nicht zuletzt mit dem Ansehen seines kulturellen Erbes zusammen.
Eines der berühmtesten Wahrzeichen Mailands ist zweifellos das Opernhaus „La Scala“. Das im Herzen der Stadt gelegene Theater ist ein wahres Wahrzeichen und war Schauplatz der Uraufführungen einiger der berühmtesten Opern der Welt, wie beispielsweise Bellinis „Norma“. Auf der Piazza del Duomo wird die imposante Kathedrale mit ihren 136 Zierfialen Liebhaber der gotischen Kunst sicherlich beeindrucken. Beim Durchqueren des Platzes kann man zudem eine Statue von Viktor Emanuel II. bewundern, dem ersten König Italiens nach der Vereinigung. Gegenüber dem Dom lag der Königspalast von Mailand, der einst die Residenz des Hauses Savoyen war, bevor er als Ausstellungszentrum diente.

Nicht weit davon entfernt bietet die Piazza Mercanti ein ebenso beeindruckendes Panorama. Der Platz, der im Mittelalter das Zentrum der Stadt bildete, ist von vier Palästen umgeben, darunter der Palazzo della Regione, ein im 13. Jahrhundert errichtetes Gebäude, das als Sitz der Justiz diente. Gegenüber erhebt sich die Loggia degli Osii, ein im 14. Jahrhundert für Mathieu I. Visconti erbautes Gebäude.
Die Modehauptstadt
Mailand ist zweifellos die Hauptstadt des Designs und der großen Modeschöpfer. Vier legendäre Straßen der Stadt, zu denen auch die Via Montenapoleone gehört, vereinen die größten Luxusmarken Italiens und der ganzen Welt – von Prada über Levi bis hin zu Gucci. Zusammen bilden sie das „Quadrilatero della Moda“.
Seit 1958 findet in der lombardischen Hauptstadt zweimal im Jahr die Modewoche, die berühmte Fashion Week, statt. Es ist die Zeit der Spektakel, atemberaubender Outfits und Prominenter.
Auch im weiteren Verlauf des Jahres sorgt Mailand weiterhin für Aufsehen in Sachen Stil: renommierte Modeschulen, die Nationale Modekammer, ein Viertel, das ganz der Mailänder Haute Couture gewidmet ist...

Und schließlich wird die Einkaufspassage „Vittorio Emanuele“ so manchen in Staunen versetzen! Das historische Einkaufszentrum im neoklassizistischen Stil mit barocken Elementen wird auch als „der Salon von Mailand“ bezeichnet. Es besticht nicht nur durch sein prächtiges Glasdach, das von Giuseppe Mengoni entworfen wurde, sondern auch durch seine Gourmetrestaurants und Luxusboutiquen.
Die europäische Sporthauptstadt
Auch in einem ganz anderen Bereich ist Mailand eine Größe: im Fußball. Zwei Vereine teilen sich die Stadt: der AC Mailand und Inter Mailand. Nachdem beide bereits mehrfach die Champions League gewonnen hatten, gingen sie auch beide als Sieger aus der Klub-Weltmeisterschaft hervor. Damit machten sie Mailand neben Madrid zur erfolgreichsten Stadt im Vereinsfußball.

Im Giuseppe-Meazza-Stadion, besser bekannt als San Siro, bestreiten die Sportler ihre Spiele. Bei den spannendsten Spielen, den „Derby della Madonnina“, treffen die beiden Vereine aufeinander – und natürlich auch ihre Fans, wobei stets gegenseitiger Respekt herrscht!
Auch im Radsport steht Mailand in nichts nach. Nachdem die Stadt 1926 Gastgeber der Straßenrad-Weltmeisterschaften war, war sie zudem Startort des Radrennens Mailand–San Remo sowie Schauplatz der letzten Etappe des Giro d’Italia.
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